Kriterien für den Kauf von Wandfarbe

Günstig ist nicht gleich gut

Benötigt eine Wand neue Farbe, wird vorwiegend auf Dispersionsfarben zurückgegriffen. Hier gibt es jedoch deutliche Qualitätsunterschiede, die sich durch die Deckkraft und Nassabriebfestigkeit der Farbe zeigen. Daher ist der Griff zur besonders preiswerten Wandfarbe nicht immer ein guter Griff. Abhängig davon, in welchen Räumen die Farbe aufgetragen wird, spielen Deckkraft und Nassabrieb eine große Rolle.

Inhaltsstoffe einer Wandfarbe

 Die Bestandteile von Dispersionsfarben sind Wasser und Farbpigmente beziehungsweise Weißpigmente. Weitere wichtige Bestandteile sind Bindemittel wie Polyvinyl oder Acrylat (Kunstharz). Alternativ werden Naturharze wie Wachs oder pflanzlicher Leim verwendet. Da der Laie mit der Qualitätsbeurteilung anhand der angeführten Inhaltsstoffe überfordert wäre, gibt es Klassifizierungen. Deckkraft und Nassabrieb sind in fünf Klassen unterteilt. Die höchste Qualität weisen Produkte mit der Klasse 1 in beiden Bereichen auf. Je höher die Deckkraft einer Wandfarbe, umso weniger oft muss überstrichen werden. Bei Farben mit hoher Qualität reicht bei einem gut vorbereiteten Untergrund in den meisten Fällen nur ein Anstrich. Dies liegt am wesentlich höheren Anteil an Weißpigmenten. Farben mit geringer Deckkraft benötigen zwei bis drei Anstriche. Dadurch steigt auch der Verbrauch der Farbmenge und der Anstrich mit der preisgünstigen Farbe kann teurer sein als die Verwendung qualitativ hochwertiger Dispersionsfarbe. Für den normalen Anstrich in Wohnräumen werden Farben mit der Deckkraft-Klassifizierung 1 und Nassabriebbeständigkeit der Klasse 2 empfohlen. Vor allem bei Wänden, die einen dunklen Anstrich aufweisen und hell überstrichen werden sollen, spielt die Deckkraft eine wichtige Rolle. Vor allem bei dunklen Altanstrichen besteht die Gefahr, dass eine Wandfarbe mit geringer Deckkraft auch nach mehrmaligem Überstreichen keine optimale Deckkraft bietet.

Klassifizierung der Deckkraft von Wandfarben

 Die nachfolgenden Klassifizierungen geben Information über die Mindestdeckkraft weißer Wandfarbe, die auf schwarzen Untergrund gestrichen wird. Unterschiede zwischen Klasse 1 und Klasse 2 können trotz der geringen prozentualen Differenz mit dem Auge erkannt werden.

  • Klasse 1: Deckkraft 99,5 Prozent
  • Klasse 2: Deckkraft 98,0 Prozent
  • Klasse 3: Deckkraft 95,0 Prozent
  • Klasse 4: Die Deckkraft beträgt weniger als 95,0 Prozent.

 Klassifizierung der Nassabriebbeständigkeit

 Vor allem, wenn eine Wand sehr hell gestrichen wird, treten leicht sichtbare Verschmutzungen auf. Die Nassabriebbeständigkeit gibt die Information, wie gut eine Wand ohne Farbabrieb feucht abgewischt werden kann.

  •  Klasse 1: Ist der Anstrich getrocknet, färbt er beim Abwischen nicht mehr ab.
  • Klasse 2: Anstriche dieser Klassifizierung sind sehr strapazierfähig und sogar scheuerbeständig. Diese Farben eignen sich hervorragend für stark strapazierte Wände in Kinderzimmern oder im Flur.
  • Klasse 3: Diese Farben werden als waschbeständig eingestuft und eignen sich für nur gering beanspruchte Räume.
  • Klasse 4 und Klasse 5: Bei diesen Farben ist ein deutlicher Abrieb erkennbar. Farben dieser Klassifizierung eignen sich für Lagerräume, Keller oder Garagen im Innenraum.

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Bild 1: © Marco2811/ Fotolia.com

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